Die komplette Geschichte von Pompeji

Die Geschichte Pompejis ist die dramatische Erzählung einer blühenden römischen Stadt, die durch den katastrophalen Ausbruch des Vesuvs im Jahr 79 n. Chr. für immer erstarrte. Gegründet von den Oskern im 7. oder 6. Jahrhundert v. Chr., entwickelte sie sich zu einer belebten Hafenstadt, bevor sie unter meterhohen Schichten aus Vulkanasche und Bimsstein begraben wurde. So blieb ein einzigartiger Schnappschuss des antiken Lebens erhalten, der über 1.500 Jahre lang verschollen war.

Frühgeschichte und römische Herrschaft

Die Geschichte Pompejis beginnt lange vor der Zeit der Römer. Archäologische Funde deuten darauf hin, dass die Gegend erstmals um das 7. oder 6. Jahrhundert v. Chr. von den Oskern besiedelt wurde. Im Laufe der Jahrhunderte geriet die Stadt unter den Einfluss der Griechen und Etrusker, bevor sie im 5. Jahrhundert v. Chr. von den Samniten erobert wurde. Pompeji blieb unter samnitischer Kontrolle, bis es während der Samnitenkriege in den römischen Machtbereich gelangte. Im Jahr 80 v. Chr. schloss sich Pompeji einer erfolglosen Rebellion gegen Rom an, woraufhin der römische Feldherr Sulla die Stadt eroberte und sie als formelle römische Kolonie mit dem Namen Colonia Cornelia Veneria Pompeianorum neu gründete. Unter römischer Herrschaft blühte Pompeji als Handelszentrum und beliebter Ferienort für wohlhabende Römer auf und hatte eine geschätzte Bevölkerung von 10.000 bis 20.000 Menschen.

Wichtige Daten in der Frühgeschichte Pompejis

Der Ausbruch des Vesuvs

An einem Herbsttag im Jahr 79 n. Chr. brach der Vesuv mit verheerender Gewalt aus. Jahrhundertelang galt der 24. August als Datum des Ausbruchs, basierend auf einem Brief von Plinius dem Jüngeren, dem einzigen erhaltenen Augenzeugenbericht. Archäologische Funde wie saisonale Früchte und wärmere Kleidung der Opfer deuten jedoch darauf hin, dass der Ausbruch eher im Oktober oder November stattfand. Die Eruption begann gegen Mittag und schleuderte eine gewaltige Säule aus Asche, Bimsstein und Gas schätzungsweise 33 Kilometer (21 Meilen) in den Himmel. Stundenlang prasselten Bimssteine auf die Stadt nieder und brachten Dächer zum Einsturz. Am nächsten Morgen fegten mehrere pyroklastische Ströme – schnell bewegende, überhitzte Wolken aus Gas und vulkanischem Material – durch die Stadt und töteten alle, die noch dort waren. Die Stadt und ihre Bewohner wurden unter einer 4 bis 6 Meter (13 bis 20 Fuß) dicken Schicht aus vulkanischem Material begraben.

Wiederentdeckung und Ausgrabung

Über 1.500 Jahre lang war Pompeji von der Welt vergessen. Zufällig stieß der Architekt Domenico Fontana 1599 beim Bau eines Kanals auf die Stätte, doch der Fund wurde wieder zugeschüttet – möglicherweise wegen der freizügigen Darstellungen auf einigen der Fresken, die er freilegte. Offiziell wiederentdeckt wurde die Stadt erst 1748, als der spanische Militäringenieur Roque Joaquín de Alcubierre mit den Ausgrabungen begann. Eine 1763 gefundene Inschrift bestätigte, dass es sich tatsächlich um Pompeji handelte. Die frühen Ausgrabungen glichen oft einer planlosen Schatzsuche. Erst der Archäologe Giuseppe Fiorelli führte 1863 einen systematischeren Ansatz ein. Ihm verdanken wir die Technik, Gips in die Hohlräume zu gießen, die die verwesten Körper in der gehärteten Asche hinterlassen hatten. Auf diese Weise schuf er die eindringlich detaillierten Abgüsse der Opfer des Vulkans. Heute sind etwa zwei Drittel des 66 Hektar großen Areals ausgegraben, und die Arbeiten gehen weiter und bieten einen unvergleichlichen Einblick in das Leben im alten Rom.

Häufig gestellte Fragen

Was war Pompeji vor dem Ausbruch?

Vor dem Ausbruch im Jahr 79 n. Chr. war Pompeji eine wohlhabende römische Stadt mit bis zu 20.000 Einwohnern. Es war eine geschäftige Handelshafenstadt und ein Ferienort für reiche Römer, ausgestattet mit einem komplexen Wassersystem, einem Amphitheater, Tempeln sowie zahlreichen Privathäusern und Geschäften.

Wie wurde Pompeji entdeckt?

Pompeji wurde 1599 zufällig von einem Architekten beim Bau eines Kanals wiederentdeckt, aber schnell wieder zugeschüttet. Systematische Ausgrabungen begannen 1748, nachdem die nahe gelegene Stadt Herculaneum gefunden worden war. 1763 wurde die Stätte offiziell als Pompeji identifiziert.

Wie viele Menschen starben in Pompeji?

Die genaue Zahl der Todesopfer ist unbekannt, aber Schätzungen gehen von Tausenden aus. Archäologen haben die Überreste von über 1.000 Opfern gefunden, doch viele der 20.000 Einwohner der Stadt konnten wahrscheinlich in den ersten Stunden des Ausbruchs fliehen.

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