Monumentales Grabmal und lebensgroße Skulpturen in Pompeji ausgegraben: Ein neues Fenster zur antiken römischen Gesellschaft

Bei einem bemerkenswerten archäologischen Durchbruch haben Ausgrabungen in der Nekropole Porta Sarno, direkt außerhalb der antiken Stadtmauern Pompejis, ein monumentales Grab enthüllt, das mit nahezu lebensgroßen Grabskulpturen geschmückt ist und neue Einblicke in römische Bestattungssitten, Religion und soziale Hierarchie bietet.

Entdeckung und Kontext

Das monumentale Grab wurde im Rahmen des laufenden Forschungsprojekts „Investigating the Archaeology of Death in Pompeii“ entdeckt, einer multidisziplinären Zusammenarbeit zwischen dem Archäologischen Park Pompeji und der Universität Valencia. Obwohl das Gebiet bereits in den 1990er Jahren teilweise erforscht wurde, legten jüngste Arbeiten, die im Juli 2024 begannen, eine breite Grabwand mit mehreren Grabnischen frei, gekrönt von einer beeindruckenden Hochreliefdarstellung zweier Figuren.

Das skulpturale Relief: Ein Paar, eingefroren in der Zeit

Am oberen Rand der Grabwand befinden sich zwei nahezu lebensgroße geschnitzte Figuren, ein Mann und eine Frau, die in einem Hochrelief-Stil gemeißelt sind, der für die Grabkunst in Süditalien äußerst selten ist. Die Figuren stammen vermutlich aus der späten römischen Republik (spätes 2. – 1. Jahrhundert v. Chr.), einer Zeit, in der Pompeji als römische Stadt florierte, bevor sie 79 n. Chr. durch den Ausbruch des Vesuvs zerstört wurde.

Die weibliche Figur ist reich detailliert: Sie trägt Schmuck wie Ohrringe, Armbänder und eine markante halbmondförmige „Lunula“-Halskette – ein Symbol, das von römischen Frauen getragen wurde und möglicherweise mit religiösen Funktionären in Verbindung gebracht wird. Einige Experten vermuten, dass sie eine Priesterin der Ceres gewesen sein könnte, der römischen Göttin der Landwirtschaft, Fruchtbarkeit und Mutterschaft, basierend auf den zeremoniellen Symbolen, die sie hält und trägt.

Die männliche Figur, ebenfalls in klassischer Kleidung, könnte einen Verwandten oder Partner darstellen – vielleicht ihren Ehemann oder Sohn – doch ohne Inschriften bleibt dies ungewiss. Klar ist jedoch, dass das Grabmonument für Personen von hohem Ansehen in der pompejanischen Gesellschaft geschaffen wurde.

Was dies für das Verständnis von Pompeji bedeutet

Dieser Fund ist nicht nur wegen seiner künstlerischen Qualität bedeutsam, sondern auch dafür, was er über römische Bestattungsrituale und soziale Rollen offenbart. Hochreliefskulpturen dieser Größe sind in der Region ungewöhnlich und deuten darauf hin, dass die bestatteten Personen wahrscheinlich prominente Bürger waren. Die Entdeckung hilft Archäologen, besser zu verstehen, wie die alten Pompejaner die Toten ehrten und wie religiöse und familiäre Rollen im kulturellen Gefüge der Stadt miteinander verknüpft waren.

Ausstellung und Besuchererlebnis

Nach ihrer Entdeckung wurden die Skulpturen sorgfältig zur Palestra Grande auf dem Ausgrabungsgelände von Pompeji transportiert, wo sie restauriert wurden. Sie wurden zu Herzstücken der Ausstellung „Eine Frau im antiken Pompeji sein“, die am 16. April 2025 eröffnet wurde und bis Anfang 2026 läuft. Die Ausstellung erforscht Geschlecht, Status und Alltag in der antiken Stadt und nutzt Funde wie diese Skulpturen, um die Geschichte für Besucher lebendig werden zu lassen.

Planen Sie Ihren Besuch

Während Pompeji unter den Schichten vulkanischer Asche immer neue Geheimnisse preisgibt, können Besucher heute sowohl die antiken Straßen als auch die sich ständig weiterentwickelnden Ausstellungen erkunden, in denen die neuesten Entdeckungen präsentiert werden. Die offiziellen Informationen zur Stätte, darunter Öffnungszeiten und Ticketoptionen, werden regelmäßig aktualisiert und helfen Touristen dabei, ihren Besuch zu planen, um diese außergewöhnlichen Funde aus erster Hand zu sehen.